Neue Technik für mehr Sicherheit im OP-Alltag
Kreiskrankenhaus Demmin investiert 300.000 Euro in moderne Dampfsterilisatoren für den OP
Zwischen Operationssaal und Sterilgutlager läuft im Kreiskrankenhaus Demmin (KKH) täglich ein hochsensibler Prozess ab, den Patienten nie zu Gesicht bekommen. In der sogenannten Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP) werden benutzte Instrumente nach jedem Eingriff gereinigt, desinfiziert, geprüft, verpackt und sterilisiert. Jetzt hat das Krankenhaus in zwei neue Dampfsterilisatoren investiert. Die Investitionskosten liegen bei rund 300.000 Euro.
Mit den neuen Anlagen reagiert das Kreiskrankenhaus auf steigende Operationszahlen, höhere hygienische Anforderungen und zunehmend komplexere Instrumententechnik. Pro Woche stellt das Team der AEMP rund 60 Sterilisationseinheiten für den OP-Bereich zusammen.
„Die Anforderungen an die Aufbereitung medizinischer Instrumente sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Moderne Technik unterstützt uns dabei, Arbeitsabläufe sicherer, effizienter und arbeitsfreundlicher zu gestalten“, betonte Sophia Strogiehs, Leiterin der AEMP und des OP-Bereichs am Kreiskrankenhaus Demmin. „Jedes Instrument durchläuft mehrere exakt definierte Schritte und wird dabei vollständig dokumentiert und kontrolliert.“
Unsichtbare Arbeit mit großer Verantwortung
Die Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte befindet sich direkt am OP-Trakt des Krankenhauses. Wie in Kliniken üblich ist der Bereich über Schleusen vom regulären Krankenhausbetrieb getrennt und für Außenstehende nicht sichtbar. Dennoch zählt die AEMP zu den zentralen Bereichen für einen sicheren Klinikalltag.
Vier Mitarbeiterinnen kümmern sich im Kreiskrankenhaus Demmin um die Aufbereitung der Instrumente für die verschiedene Fachbereiche am Kreiskrankenhaus und die beiden Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Alle Sterilisationsassistentinnen am KKH Demmin sind Quereinsteigerinnen mit ganz unterschiedlichen beruflichen Hintergründen – von der Zahnarzthelferin über die Biologisch-Technische Assistentin bis hin zur Kauffrau oder Kommunikationselektronikerin. Die „Fachkraft für Medizinprodukteaufbereitung“ (FMA) ist erst seit 2016 als offizieller Ausbildungsberuf anerkannt.
„Viele Menschen wissen gar nicht, wie viel Verantwortung hinter unserer Arbeit steckt“, so Sophia Strogiehs. „Bereits kleinste Verunreinigungen oder Fehler bei der Aufbereitung können schwerwiegende Folgen haben. Absolute Präzision und die konsequente Einhaltung aller Hygienestandards sind deshalb unverzichtbar, um Infektionen und Komplikationen bei Patienten zu vermeiden. Deshalb ist für uns das Wissen, täglich einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und Versorgung der Patienten zu leisten, besonders erfüllend.“
Seit 2023 leitet die 38-jährige Demminerin den Bereich AEMP und OP sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Bereits 2004 begann sie ihre Ausbildung zur Pflegefachkraft am Kreiskrankenhaus Demmin, die sie 2007 abschloss. Seitdem ist sie im Operationsbereich tätig und begleitet die Entwicklung des Hauses seit vielen Jahren aus nächster Nähe.
Vier Schritte für ein sicheres OP-Besteck
„Die sterile Aufbereitung medizinischer Instrumente erfolgt in mehreren exakt festgelegten Arbeitsschritten. Nach einer Operation gelangen die benutzten Instrumente zunächst in die AEMP. Dort werden sie maschinell gereinigt, bei etwa 93 Grad desinfiziert und anschließend getrocknet. Danach kontrollieren die Mitarbeiterinnen jedes einzelne Instrument sorgfältig auf Sauberkeit und Funktion.
Im nächsten Schritt werden die OP-Siebe entsprechend festgelegter Listen und nach OP-Verfahren zusammengestellt und verpackt. Anschließend erfolgt die Sterilisation in den neuen Dampfsterilisatoren. Dabei werden die Instrumente bei rund 134 Grad unter Dampf sterilisiert. Nach der Freigabe werden die sterilen Instrumente und OP-Siebe in speziellen Containerschränken sicher gelagert. Von dort holt das OP-Pflegepersonal die benötigten Instrumentensets je nach Eingriff direkt für den Operationssaal ab.
Moderne Reinigungs- und Sterilisationsverfahren sorgen dafür, dass sämtliche Hygieneanforderungen zuverlässig eingehalten werden können. Die Investition in die neue Technik ist somit zugleich eine Investition in Qualität, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit des Krankenhauses.
Susanne Schwarz (v.li.), Julia Tessin und Sophia Strogiehs vor den neuen Dampfsterilisatoren, die die Arbeitsabläufe effizienter machen.
Susanne Schwarz (li.) und Julia Tessin im „unreinen Bereich“, dort wird das benutzte OP-Besteck für die Sterilisation vorbereitet.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Kreiskrankenhaus Demmin GmbH
Wollweberstraße 21
17109 Demmin