Von der Horror-Nacht zum Heilungserfolg: Rosi Poraths bewegende Geschichte (Nordkurier vom 14.03.2026 von Von Anke Krey und Ralf Scheunemann)

Ein Sturz im Eisregen bringt eine Seniorin von der Insel Usedom nach Demmin. Am Kreiskrankenhaus beginnt für sie nach zwei Operationen schließlich die geriatrische Früh-Reha.

Demmin/Usedom In den frühen Morgenstunden traf Rosi Porath endlich in Demmin ein. Darüber war die Rentnerin, die in Neppermin auf der Insel Usedom zu Hause ist, seinerzeit gar nicht erfreut. Denn sie gehört zu jenen Menschen, die im Februar bei Eisregen und Glätte stürzten. Damals musste die Notaufnahme des Demminer Kreiskrankenhauses sehr viele Patienten aus der Hansestadt und der Region versorgen.#

Trotzdem kümmerten sich die Ärzte und Krankenschwestern auch um andere Notfälle. Und heute ist Rosi Porath überglücklich über die Hilfe und Fürsorge, die sie in der Peenestadt erfahren hat. „Diese Nacht vom 12. zum 13. Februar war für mich ein wahrer Horror“, erzählt die Seniorin. „Dass alles doch noch gut verlief, habe ich einzig den Demminer Ärzten und dem medizinischen Personal des Krankenhauses zu verdanken. Bis zur endgültigen Genesung ist es noch ein weiter Weg, aber dem sehe ich nach der Behandlung in Demmin optimistisch entgegen.“

Wie die Usedomer Rentnerin überhaupt ins Demminer Kreiskrankenhaus kam, ist eine längere, unerfreuliche Geschichte, und sie beginnt mit dem Eisregen. Am 12. Februar gegen 18 Uhr rutschte Rosi Porath auf ihrem Grundstück aus – und konnte nicht mehr aufstehen. „Ich robbte bis zu meiner Haustür. Der Eisregen durchnässte mich völlig, ich war verzweifelt“, berichtet sie. „Schließlich gelang es mir, einen Notruf vom Handy abzusetzen. Und ich war froh, als der Krankenwagen kam. Die Schmerzen wurden unerträglich und mein Bein schwoll zunehmend an.“ Die Sanitäter befreiten die Seniorin von ihrer nassen Kleidung und brachten sie in die Wolgaster Klinik.

Dass ihr noch viel Geduld abverlangt würde, ahnte Rosi Porath zu diesem Zeitpunkt noch nicht: „Nach dem Röntgen kam ich ins Bett. Dann teilte mir ein Arzt mit, dass man mich nicht operieren könne, da die erforderlichen Stabilisatoren nicht vorrätig seien.“

Was nun? „Die Wolgaster Ärzte fragten in der Universitätsklinik Greifswald an, doch die lehnte meine Übernahme ab“, schaut die Seniorin zurück. „Auch das Stralsunder Krankenhaus war durch die Unfallserie dieses Tages nicht in der Lage, mich aufzunehmen. Als mir der Wolgaster Arzt dann mitteilte, Demmin habe zugesagt, mich zu behandeln, flossen die Tränen.“

Die Verlegung fühlte sich für die betagte Patientin an wie eine weitere persönliche Katastrophe: „Demmin war mir völlig unbekannt, und der Weg in die Ferne machte mir Angst“, erklärt sie. „Wieder ab auf die Trage! Die Nacht kam mir endlos vor, und ich fühlte mich allein und hoffnungslos.“

Doch die Demminer kümmerten sich sofort um die Verletzte. Sofort nach ihrer Ankunft in der Notfallaufnahme informierte das diensthabende Ärzteteam Dr. Torsten Franck, den Chefarzt der Unfallchirurgie. Er traf nachts um 2 Uhr ein und sah sofort, was zu tun war.

„Es handelte sich um einen offenen Sprunggelenkbruch“, berichtet der Mediziner. „Auch Innen- und Außenknöchel waren gebrochen. Als Erstes musste sofort eine Operation zur Stabilisierung durchgeführt werden. Wegen der Wundheilung war zu einem späteren Zeitpunkt ein zweiter Eingriff notwendig.“

Operiert wurde Rosi Porath also nicht nur am Freitag, dem 13., sondern sechs Tage später noch einmal. Ihren Schrecken hat sie mittlerweile überwunden: „Ich bin den Ärzten und dem Pflegepersonal unendlich dankbar“, sagt sie. „Die Klinikmitarbeiter bauten mich neu auf. Die Herzlichkeit und Freundlichkeit in diesem Krankenhaus ist erstklassig. So wurde aus meinem Pech ein Glücksfall.“

Besonders freut sich die Rentnerin darüber, dass ihre Weiterbehandlung in Demmin erfolgen kann. „Die geriatrische Früh-Reha in unserem Haus macht das möglich“, erläutert Dr. Torsten Franck.

„Wir führten schon vor der zweiten Operation ein erstes Gespräch mit der Patientin zu den bevorstehenden Reha-Maßnahmen“, bestätigt Freya Riedel, Oberärztin der geriatrischen Abteilung. „Frau Porath ist willensstark und macht konsequent mit. Ihr Heilungsprozess verläuft gut, und wenn sie wieder laufen kann, ist das für uns alle ein besonderes Ereignis.“

Rosi Porath ist von der Reha sehr angetan. „Die Übungen sind durchdacht“, meint die Seniorin. „Ein großer Dank gebührt den Physiotherapeutinnen um Nicole, die schon die kleinsten Erfolge sehen und darauf aufbauen. Ich fühle mich auch mit den noch nötigen Hilfsmitteln sicher.“ Während ihrer Behandlung feierte Rosi Porath im Demminer Krankenhaus ihren 75. Geburtstag. Sehr herzlich gratulierten auch die Klinikmitarbeiter, die ihr halfen, die Unfallnacht zu verarbeiten.

Dr. Torsten Franck sieht die in Demmin angewendete akut-geriatrische Komplexbehandlung als Schlüssel zum Erfolg. Der Unfallchirurg lobt besonders die Koordination und Abstimmung mit der Physio- und Ergotherapie. Die medizinische Versorgung ende zudem nicht abrupt, wenn die Senioren nach Hause zurückkehren: „Unser Krankenhaus unterstützt die Patienten auch mit der Nachbehandlung nach deren Entlassung“, erklärt der Chefarzt.

Chefarzt Dr. Torsten Franck (links) und Oberärztin Freya Riedel (rechts) freuen sich über die Genesung von Rosi Porath.

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Kreiskrankenhaus Demmin GmbH
Wollweberstraße 21
17109 Demmin